Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn  

Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn



Presse / Nachrichten - Archiv (2020)



Artikelliste (2020)






Weihnachten 2020

Spenden für die Arbeit des Helferkreises Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn

Der Helferkreis Asyl hat die zu uns geflüchteten Menschen auch in den vergangenen Corona-Monaten in vielen Einzelfall-Aktionen weiter begleitet und unterstützt. Besonders erwähnen möchten wir die Übergabe von gespendeten Notebooks und Druckern, Umzugshilfen, Notfall-Hilfen bei Verlust von Arbeitsplätzen, Bezuschussung von Führerscheinen oder Kurskosten zur Verbesserung der beruflichen Perspektiven.
Wenn Sie die Flüchtlinge mit Spenden unterstützen möchten, geben wir Ihnen dazu einige Hinweise:

Geldspenden:
gerne auf das Spendenkonto des Helferkreises Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn. Diese werden für den individuellen Bedarf der Flüchtlinge, die von unserem Helferkreis begleitet werden, verwendet.


Kath. Kirchenstiftung St. Stephan Putzbrunn
Kreissparkasse München Starnberg
IBAN: IBAN: DE 25 7025 0150 0029 4231 91
BIC: BYLADEM1KMS
Stichwort "Asylhilfe Ottobrunn/Hohenbrunn"



Sachspenden:
  • Laptops, Drucker, Smartphones etc.
      an den Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn, E-Mail: spenden@helferkreis-asyl.com
  • Kleidung, Geschirr, Wäsche
      an die AWO-Klawotte, Ottobrunn, Alte Landstraße 5
  • Kinderkleidung, Spielsachen, Bücher, CDs
       an die AWO-Kinderklawotte, Ottobrunn, Putzbrunner Straße 52
  • Möbel
      an die AWO-Rumpelkammer, E-Mail: awo-rumpelkammer@awo-nbh.de
  • Elektro-Großgeräte
       an die Mobile Caritas Werkstatt, E-Mail: fwz-ottobrunn@caritasmuenchen.de
  • gute Fahrräder, Kinderfahrräder
       an die Caritas Radl-Werkstatt, Arastraße 2, Neubiberg, Gebäude F, jeden Donnerstag 16 - 18 Uhr

Lebensmittel-Spenden für den Caritas Tisch Ottobrunn:
Corona-bedingt ist die Ausgabe am Freitag derzeit geschlossen. Geldspenden für Lebensmittelgutscheine können überwiesen werden. Information bitte direkt im Caritas Zentrum Ottobrunn erfragen.






Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Dezember 2020)

Notebooks für Schüler und Auszubildende

Corona und in der Folge Home Schooling haben deutlich gezeigt: „ digital native“ ja – PC Kenntnisse oft nein.

Viele Flüchtlingsfamilien haben zwar Smartphones, aber kein Notebook, PC und Drucker. Die Jugendlichen streamen, chatten und surfen, aber die per Email zugesandten Arbeitsblätter ausfüllen, so ablegen, dass sie sie wiederfinden und zurückschicken, das waren neue Herausforderungen. Auf jeden Fall brauchten sie die nötige Hardware. Die Mittelschulen konnten keine Geräte ausleihen. Schon im Lockdown hat der Helferkreis begonnen, jeden Schüler der Mittelschulen, der sich bei uns gemeldet hat, mit einer entsprechenden Ausstattung zu versorgen. Dr. Michael Steinacker, IT-Experte des Helferkreises, bereitet seit Jahren gespendete Laptops wieder auf. So konnte er in kurzer Zeit 18 Laptops und 10 Drucker weitergeben. Die Geräte wurden von Privatleuten gespendet , u. a. von den Mitgliedern eines Kirchenchores, eingesammelt, fachmännisch von allen Datenbeständen gelöscht und wieder mit der notwendigen Software für den Einsatz aufbereitet.

Druckerpatronen und Speichererweiterungen wurden aus Spendengeldern besorgt.

Eine weitere Herausforderung war es, die notwendigen Erklärungen an die Kinder und Jugendlichen zu bringen. Die Unterkünfte durften nicht betreten werden, die Notebooks mussten vor Ort im Netz angemeldet werden, die ersten Schritte über den Gartenzaun oder im Treppenhaus erklärt werden. Alles hat gut geklappt!

Jetzt ist der Vorrat an gebrauchten Notebooks und Druckern erschöpft, und neue Schüler und Auszubildende haben wieder Bedarf.

Wenn Sie ein Notebook oder einen Drucker übrig haben, melden Sie sich bitte bei Herrn Steinacker unter spenden@helferkreis-asyl.com

Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn

("Gemeindeblatt Hohenbrunn", 12/2020, Seite 51)





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Dezember 2020)

Wie Christen und Muslime in Syrien Weihnachten feierten

Weihnachten ist in vielen Ländern der Welt ein sehr beliebtes Fest. Vor allem in der grauen und kalten Jahreszeit auf der Nordhalbkugel teilt sich das spirituelle Leuchten, wenn es von den Kirchen ausgehend auf Straßen und Plätzen in Schmuck, Glanz und Festlichkeit übersetzt wird, allen mit und übt nicht nur auf Christen Faszination aus. Zwei syrische Flüchtlinge erzählen, wie sie Weihnachten im Herkunftsland erlebt haben.

Rony ist Christ und gehört der assyrischen Kirche an. Die Assyrer sind die Ureinwohner im fruchtbaren Halbmond des Altertums, und Syrien ist das Land, das nach ihrer Kultur benannt ist. Rony kommt aus einem Dorf in der nordöstlichen Provinz Al Hasaka. Dort besaß jedes auch noch so kleine Dorf eine Kirche. Leider muss das in der Vergangenheit gesagt werden, denn die christlichen Dörfer sind während des Bürgerkriegs zerstört worden.

Weihnachten wird am 25. Dezember den ganzen Tag über gefeiert. Der 24. Dezember ist noch Fastentag, wobei die assyrischen Christen eine strenge Auffassung von der Regel haben und vom ersten Advent an 25 Tage lang fasten.

Heilige Woche zusammen feiern
Rony, der im Kirchenchor sang, war auch bei der Festvorbereitung aktiv. Die Kirche wurde innen und außen mit Licht und Schmuck versehen, wofür Spenden von Emigranten aus den USA eintrafen. Rony hatte die Aufgabe, den Weihnachtsbaum ganz ähnlich wie bei uns mit Lichtern, Figuren und Glocken zu schmücken. Um Mitternacht oder sehr früh am 25.12. fand die Messe, zu der sich alle Bewohner des Dorfes versammelten, statt.

Zu Hause wurde zu Weihnachten besonders gekocht: Ein traditionelles Gericht bestand aus Joghurt, gekochter Gerste und Lammfleisch in Brühe mit Thymian und Oregano gewürzt. Die Farbe Weiß steht symbolisch für Licht (Dekhwa), Freude und Glück. Frühstück, Mitttag- und Abendessen werden am 25. Dezember festlich und opulent begangen, Verwandte und Freunde machen den ganzen Tag über Besuche und gratulieren sich gegenseitig zu Christi Geburt. Je nach Altersgruppe sitzen die Familienmitglieder und ihre Gäste in verschiedenen Räumen. Aber auch Nicht-Christen, sunnitische Syrer und Kurden kommen von außerhalb, um mitzufeiern. Am zweiten Weihnachtsfeiertag und am dritten Tag werden Partys gefeiert, oft die gesamte heilige Woche lang, die Besucher bleiben zu Gast, es wird viel Musik gemacht und getanzt.

Weihnachten auf den Straßen
Rana kommt aus einer muslimischen Familie, die in Damaskus zu Hause war, und ist wie die meisten syrischen Muslime Sunnitin. In Damaskus zeigt sich, dass Weihnachten ein Fest ist, das auch die Muslime in seinen Bann schlägt. Die Straßen der City sind mit Lichtdekorationen geschmückt. Riesige geschmückte Christbäume stehen auf öffentlichen Plätzen. Wenn sie haushoch sind, bestehen sie aus Plastik. Aber auf den Balkons und in den privaten Wohnungen sind es Fichten oder Tannen genau wie bei uns. Die christlichen Kirchen haben lichtgeschmückte Fronten, etwa einen Verkündigungs-Engel in Neonsilhouette über dem Giebel. Papa Noel zeigt sich auf der Straße, verteilt Luftballons und lässt sich mit Kindern, die oft Glocken halten, fotografieren. Für Kinder bringt Papa Noel auch Geschenke, die sie am nächsten Morgen finden. Alle gehen in Restaurants, wo das Fest mit gutem Essen und Musik begangen wird. Weihnachten auf den Straßen ist aber noch schöner, meint Rana: „You see all the people happy“. Muslime besuchen gern christliche Freunde, um ein schönes Fest zu wünschen oder sie besuchen schön gelegene, christliche Wallfahrtsorte, wie Malula in der Nähe von Damaskus.

Rana studierte Zahnmedizin in Aleppo. Im christlichen Stadtviertel hatte Rana eine gute Freundin, die der katholisch-orthodoxen Kirche angehört. Mit ihr verbrachte sie die Freizeit. Das Wochenende in Syrien ist zwar muslimisch definiert, die religiösen Ruhetage sind also freitags und samstags, aber in Gebieten mit christlicher Bevölkerung sind die Geschäfte am Sonntag geschlossen. Rana besuchte zu Weihnachten die Familie ihrer Freundin in deren Heimatdorf und auch Silvester und Neujahr waren sie zusammen. Und die Gemeinsamkeit funktioniert auch anders herum. So beging die Freundin in Aleppo mit Rana auch Ramadan. „Was, sie wartete mit Essen und Trinken während ihres Arbeitstags am Flughafen tatsächlich bis abends“, fragte ich erstaunt. „Ja“, sagte Rana, „meine Freundin fand, das täte ihr gut, um ein bisschen abzunehmen“. Abends kochten sie dann zusammen und aßen vorschriftsmäßig nach Sonnenuntergang.

Das ethnische und religiöse Zusammenleben in Syrien sei vor allem in den Städten gut gewesen, ehe im Bürgerkrieg politisch Differenzen geschürt worden seien, erklärt Rana. Hier in Deutschland könne man das gegenseitige Verständnis, Treffen und Feiern über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg zum Glück fortführen. In diesem Sinne wünscht der Helferkreis Ottobrunn/Hohenbrunn allen Leser*innen des Gemeindejournals „Mein Ottobrunn“ frohe Weihnachten und ein friedliches und gutes Neues Jahr.

Heidi Maurer und Claudia Bernardoni, Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn

(„Mein Ottobrunn“, 12/2020, Seite 18)





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (November 2020)

Neu: Migrationsberatung mit Sprechstunden in Ottobrunn – für erwachsene Zuwanderer, für junge Flüchtlinge und Migranten

An drei Tagen in der Woche gibt es seit August eine AWO-Beratungsstelle für anerkannte Flüchtlinge, aber auch für ausländische Arbeitnehmer und ihre Familien. Der Helferkreis hat die Beratungsstelle besucht. Das helle, kleine Büro, in dem María Gómez Salas die Ratsuchenden empfängt, liegt im Erdgeschoss gleich neben dem Eingang. Frau Gómez bietet Beratung, Hilfe bei Formularen und Kontakt zu Behörden, Institutionen, Arbeitgebern an, in den wesentlichen Integrationsbereichen von Leistungsbezugsfragen über Gesundheit bis Ausbildung und Arbeit.

María Gómez Salas hat in Spanien studiert, ist anerkannte Sozialpädagogin und spricht drei Sprachen: Deutsch, Spanisch und Englisch. Bei einem Erasmus-Studienaufenthalt hat sie sich für Deutschland entschieden und arbeitete seit 2015 zunächst mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und seit 2019 in der Migrationsberatung in Haar und Planegg, wo sie auch weiterhin zwei Wochentage, u.a. als Dolmetscherin für spanisch sprechende Migranten, tätig ist.


Ort: Ottobrunn, Putzbrunner Str. 52 (Eingang Joseph-Seliger-Straße)
Montag: 9:00 bis 13:00 Uhr,
Mittwoch und Freitag 9:00 bis 18:00 Uhr.
Terminvereinbarung unter Tel. 0176 16720915.

Für junge Flüchtlinge und Migranten (12 bis 27 Jahre) arbeitet der AWO Jugendmigrationsdienst mit Karin Kickner jeweils donnerstags am gleichen Ort. Terminvereinbarung unter Tel. 0157 75351031.

Der Helferkreis wünscht beiden bei der Arbeit in unseren Gemeinden viel Erfolg!

Claudia Bernardoni, Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn

("Gemeindeblatt Hohenbrunn", 11/2020, Seite 52)





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn - Gelungene Integration (Oktober 2020)

Bestandene Gesellenprüfung

Ali ist heute 33 Jahre alt und arbeitet schon seit 25 Jahren. Seine Eltern mussten 1992 vor dem Bürgerkrieg aus Afghanistan in den Iran fliehen. Sie lebten in Kerman, einer großen, historischen Stadt im Südosten des Landes. Doch für die afghanische Familie war das Leben schwer. Der Vater war bereits 60 Jahre alt, als Ali zur Welt kam; bald wurde er sehr krank. Als ältester Sohn musste Ali die Familie mit drei Schwestern und einem jüngeren Bruder versorgen. Deshalb arbeitete er schon mit acht Jahren.

»Tagsüber war ich auf der Baustelle, danach ging ich zur Abendschule. Dort unterrichteten Afghanen, um ihren Landsleuten zu helfen. Weil wir Flüchtlinge waren, hatten wir keine Rechte, egal ob bei der Arbeit, auf der Straße oder auf dem Markt. Afghanen durften nur schwere Arbeiten annehmen und nicht im Büro oder in Geschäften arbeiten. Sie durften kein Auto fahren und keinen Führerschein machen«, erinnert sich Ali.

Er arbeitete viele Jahre auf dem Bau eines großen, öffentlichen Gebäudes und lernte praktisch ohne jede Ausbildung. Der leitende Ingenieur vertraute ihm und gab ihm Vorarbeiteraufgaben.

Iranische Polizei bedrohte Afghanen
2011 heiratete er Roqaya, die ebenfalls aus einer afghanischen Flüchtlingsfamilie in Kerman kam. Alle drei bzw. sechs Monate mussten die Aufenthaltserlaubnisse verlängert werden, was Geld kostete. Zudem nutzte die iranische Polizei jede Gelegenheit, um Afghanen auf der Straße anzuhalten und zu bedrohen. 2012 geriet Ali in eine Kontrolle und kam ohne Schuld in ein berüchtigtes Gefängnis. Er sollte für die Polizei als Tagelöhner, aber ohne Lohn arbeiten. Andernfalls drohten sie, ihn mit seiner Frau nach Afghanistan auszuweisen. Ali kam glücklicherweise wieder frei.

Nach diesem Erlebnis entschlossen sich Roqaya und er noch 2012 zur Flucht. Über die Türkei, Italien und Frankreich erreichte das Paar – Roqaya war mit der heute achtjährigen Zahra schwanger – am Weihnachtsabend 2013 erst Frankfurt und durch Umverteilung dann München und Ottobrunn. 2014 kam ihr Sohn Amin zur Welt. 2017 erhielten sie die Aufenthaltserlaubnis.

Lehre als Lackierer
Ab 2015 konnten sie die Sprachkurse an der vhs SüdOst wegen der Kinder nur im Wechsel vormittags oder abends besuchen. Bis 2017 hatte Ali Deutschkenntnisse auf Niveau B1 und Roqaya sogar B2 erworben. Kaum war sein Deutsch ausreichend, entschloss er sich, einen Ausbildungsberuf zu erlernen. Landsleute sagten: »Das schaffst du nicht; mit 30 Jahren eine Ausbildung! Geh arbeiten und Geld verdienen«. Aber Ali wollte es schaffen. »Der Helferkreis hat uns sehr unterstützt; vor allem unsere Patin Linda. Sie war von Anfang an wie eine Mutter für uns«, sagt Ali. Nach einem Berufsvorbereitungskurs, bei dem er einen »Quali«-entsprechenden Schulabschluss sowie ein Praktikum absolvierte, konnte er im Herbst 2017 eine Ausbildung als Lackierer bei Simon Gruber in Ottobrunn beginnen.

Engagement beim Helferkreis
Nach den ersten überwundenen Schwierigkeiten hatte Ali das Bedürfnis, etwas von der erhaltenen Hilfe zurückzugeben. Er engagierte sich im Helferkreis und unterstützte Wulf Riess tatkräftig bei den Möbeltransporten, die dieser im eigenen Auto für Flüchtlinge unternahm.

Roqaya konnte aufgrund ihrer fortgeschrittenen Sprachkenntnisse eine Qualifikation als Kulturdolmetscherin an der Volkshochschule erwerben und ist seither als Vermittlerin zwischen Ämtern und Institutionen für afghanische Familien tätig. Darüber hinaus unterstützen beide die Organisatorinnen UllaWolf und Linda Stiller bei den monatlichen Treffen für Flüchtlinge und Einheimische im Café International. Inzwischen hat die Familie eine Wohnung in Ottobrunn gefunden. Roqaya arbeitet in Teilzeit in einem Ottobrunner Lebensmittelgeschäft. Und im Juli 2020 hat Ali seine Gesellenprüfung bestanden. Die Familie ist glücklich. Aber Ali hat schon wieder ein Ziel: Er will den Meister machen. Das liegt noch in der Ferne, aber unerreichbar ist es nicht für einen, der fleißig ist und weiß, was er will: eine sichere Zukunft für seine Kinder in Deutschland.

Claudia Bernardoni, Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn / MO

(siehe auch: „Mein Ottobrunn“, 10/2020, Seite 23)





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Juli 2020)

Von Bangladesch nach Bayern

Tanjena A., 26 Jahre, kommt aus einer guten Familie in Brahmanbaria, wo sie mit zwei Brüdern und einer Schwester aufwuchs. Sie konnte eine weiterführende Schule besuchen und drei Semester Philosophie in englischer Sprache an der Universität studieren. Während ihres Studiums wurde sie zur Flüchtlingshelferin und betreute zum Teil auf eigene Kosten obdachlose Kinder. Denn nach Bangladesh waren hunderttausende der im Nachbarland Myanmar vertriebenen Rohingya geflohen. Unter den Rohingya-Flüchtlingen lernte sie ihren späteren Ehemann kennen. Obwohl die Verbindung nicht erwünscht war, heirate sie 2012. Ihr Mann schaffte es, mit seinem Bruder 2013 nach Deutschland zu kommen Tanjena konnte 2017 - mit Unterstützung ihrer Brüder - über Mailand nach München einreisen. 2018 wurde die gemeinsame Tochter Muskan geboren. Tanjena wartet noch auf die Entscheidung über ihren Asylantrag und lebt mit ihrer Familie in Ottobrunn.

Tanjena besuchte bis zum Corona-Ausbruch einen Deutschkurs in Pasing mit Kinderbetreuung, die aber das kleine Mädchen teilweise unter heftigen Protesten ablehnte. Da Tanjena aber unbedingt schnell Deutsch lernen wollte, erteilt ihr Mary Siegle-Collins aus unserem Helferkreis Unterricht. Ich wurde gefragt, ob ich mit der jungen Frau aus Bangladesh hin und wieder spazieren gehen könnte, da diese so schüchtern sei und nicht gern alleine auf die Straße gehe. So begann unsere Bekanntschaft. Ich kam zu ihr in die kleine Wohnung in der Ottobrunner Ortsmitte, wo sie mit ihrem Mann und der kleinen Tochter (damals 6 Monate alt) lebte. Wenn das Wetter es zuließ, gingen wir spazieren. Um sie zum freien Sprechen ohne Bezug zu Texten im Lehrbuch zu veranlassen, fragte ich sie nach dem Leben in Bangladesh.

Es unterscheidet sich im bevölkerungsreichsten Flächenstaat der ganzen Welt natürlich wesentlich von dem in Deutschland. Die Zahl an Analphabeten ist sehr hoch; gearbeitet wird hauptsächlich im Agrarbereich mit Ausfuhrmöglichkeiten von Baumwolle, Tee, Reis. Für den Eigenbedarf gibt es Fisch, Geflügel, Obst, Gemüse u.a. Größere und kleinere Überschwemmungen gehören zum Alltag: Man geht bis zu den Knien im Wasser auf den Straßen und muss sich dann zu Hause waschen. Lange Zeit war die Geburtenrat sehr hoch. So berichtet Tanjena aus ihrer Familie: Die Frauen heiraten sehr früh, im Alter von 13, 14 Jahren, und haben dann oft bis zu 10 Kindern, für die sie zuständig sind, sodass eine berufliche Tätigkeit nicht vorgesehen ist.

Tanjena dagegen wollte unbedingt einen Arbeitsplatz, den sie mit Glück und einiger Unterstützung auch fand: Derzeit arbeitet sie als Putzhilfe in der Küche eines Ottobrunner Seniorenheims, aber nur sonntags, da der Vater, in der Woche in einem usbekischen Restaurant in München beschäftigt, dann die kleine Tochter betreut. Für den Herbst ist inzwischen ein Platz für Muskan in der Kinderkrippe Spatzennest gefunden, und ein Volkshochschulkurs für Tanjena ins Auge gefasst.

Eva Maria-Stiebler, Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn

(siehe auch: „Mein Ottobrunn“, 07/2020, Seite 16
            und:  "Gemeindeblatt Hohenbrunn", 04/2021, Seite 52)





Helferkreis Asyl / Klawotte Kinder und kreativ (Juni 2020)

Gemeinsam Masken nähen

Die Klawotte Kinder & Kreativ ist schon lange ein Ort des Zusammenhalts und der gegenseitigen Hilfe für die Bevölkerung von Ottobrunn und Umgebung. Bürger spenden Kleider, Spielzeug und Bücher, Freiwillige arbeiten ehrenamtlich, Bedürftige sind die erwünschten und gern gesehenen Kunden, und viele tauschen sich regelmäßig nach dem Einkauf bei einer Tasse Kaffee in den freundlich dekorierten Räumen in der Putzbrunner Straße aus. Aber dann kam die Corona-Ausgangsperre. Wie kann man die Zeit der Schließung kreativ nutzen? Alltagsmasken Nähen, war eine Idee, die auch bei der Klawotten- Leiterin Spiri Schnabel wie ein Blitz einschlug. Der Raum und die Ausstattung mit Nähmaschinen waren vorhanden. Nähabende mit Flüchtlingsfrauen hatten längst stattgefunden, und seit einem Jahr wurden auch die Schneiderkurse der vhs in der Klawotte durchgeführt. Zwei afghanische Mütter waren daraufhin in der Herstellung von phantasievoll gestalteten Recycling-Taschen aus gespendeten Stoffen tätig geworden.

Von daher konnte in den Klawotte-Räumen die ersten 100 Masken für das Pflegepersonal im Hans-Seidel-Haus genäht werden. Für Kliniken und Gemeinden reichten die Kapazitäten der Klawotte noch nicht aus. Daneben begann der Verkauf an private Kunden in kleinen Mengen. Es ging noch um den freiwilligen Schutz. Noch vor Ostern hatten Merkur und Hallo einen Aufruf gebracht: Stoffe und Gummis wurden gespendet, zusätzliche Nähmaschinen geliehen. Eine Krankenschwester erklärte den Näherinnen, worauf es bei der Fertigung ankommt. Die heiße Phase begann. Es kamen Aufträge von Ärzten für ihre Arztpraxen. Es wurden Faltenmodelle mit Stofffiltern als extra Einlage hergestellt, die einen besseren Schutz boten. Seither arbeiten in der Klawotte die Schneiderinnen unter Vorsichtsmaßnahmen täglich. „Die Hauptdarstellerin ist Najia A. aus Afghanistan, sie ist phantasievoll und schnell“, sagt Spiri Schnabel. Dazu kommt als Profi, Fabienne S., die Vhs-Kursleiterin, Karin R. aus dem Klawotte-Team und dem Helferkreis sowie eine weitere Flüchtlingsfrau, Khutar aus Syrien. Auch weil externe Schneiderinnen noch fertige Masken brachten und spendeten, wurde eine große Produktion möglich. Najia war auch diejenige, die fand, dass Arbeitsteilung effektiver sei, und fortan wurde wie am Fließband produziert, erst zugeschnitten und gebügelt, dann genäht und zuletzt die Gummis angebracht. Spiri Schnabel organisierte vormittags, nachmittags war sie die Chefvorbüglerin. „Manchmal waren wir so im Arbeitsrausch, dass ich mich nicht traute aufzuhören, weil Najia weitermachte, aber sie auch nicht, weil ich dran blieb, sagt Spiri Schnabel.

Dann kam der Materialengpass: Gummis wurden knapp, Bestellungen langwierig, dazu Dienstag nach Ostern die Maskenpflicht. Neue Modelle, bei denen der Stoff näher an die Ohren reicht, wurden um Gummi zu sparen, herausgebracht, schließlich Modelle mit Bändern. „ Als die Schule wieder anfing, kamen die Jungens und wollten schwarze Masken, nur schwarze! Aber so viel schwarzen Stoff hatten wir nicht. Also gingen wir durch unsere Räume und zerschnitten alles, was an schwarzer Kleidung dort hing. Überhaupt versuchen wir, uns in die Kunden hineinzuversetzen: Es ist ein bedrängendes Gefühl, eine Maske stundenlang tragen zu müssen.“ Komfort ist gefragt. Neuerdings gibt es individuelle Modelle in verschiedenen Größen und mit besonderen Aufdrucken oder Accessoirs, immer zum gewohnten, moderaten Preis.

Aber die Produktion ist nicht alles. „Oft hat sich bei der Arbeit ein so bombiges Gefühl eingestellt, Kreativität, Erfolg, Lachen, gute Laune. Manchmal haben wir Corona komplett vergessen! Manchmal geben uns Firmen ein Trinkgeld, dann kaufe ich Pizza für alle. Unsere Nähwerkstatt ist so stark wie nie und wird das auch bleiben, denn ein neues Projekt läuft schon an, aber das ist ganz wörtlich: Stoff für eine andere Geschichte“.

Claudia Bernardoni, Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn

(siehe auch: „Mein Ottobrunn“, 06/2020, Seite 16)





Helferkreis Asyl Ottobrun/Hohenbrunn: Nachruf (April 2020)

Oscar Wagner

Oscar Wagner war ein Mensch, der bedingungslos geholfen hat. Seit Winter 2012 hatte er Kontakt zum Helferkreis Asyl, im Januar 2013 wurde er mit 80 Jahren Mitglied. Egal wie die Situation war: Oscar blieb immer ruhig und freundlich, war bescheiden und hielt sich im Hintergrund. Eine fehlende gemeinsame Sprache war kein Hindernis für ihn, er verständigte sich mit dem Herzen und über das Tun.

Über die Caritas Radlwerkstatt versorgte er die ersten Flüchtlinge in der Joseph-Seliger-Siedlung mit Fahrrädern und war dabei immer bedacht, auch Infos über Verkehrsregeln oder Helme mitzugeben. Beim ersten Radltraining 2013 für 20 Flüchtlingskinder, das damals noch die Ottobrunner Polizei durchgeführt hat, schraubte Oscar zwei Stunden lang an den Rädern, bis sie verkehrstüchtig waren, und das in winterlicher Kälte. Wo ist er die ersten Jahre nicht überall herumgefahren, um gebrauchte Fahrräder abzuholen; der Bedarf war enorm. Auch Roller, Kinderräder, Kinderwägen, Radlanhänger und sogar ein E-Bike konnte er besorgen, reparieren und »passgenau« übergeben. Wie dankbar waren die Flüchtlinge, als Oscar mit gebrauchten Fernsehern und Antennenanschlüssen in den zahlreichen dezentralen Unterkünften das Einleben in Deutschland unterstützt hat. Er baute Treppengitter und Gartenzäune, damit Kleinkinder in den Unterkünften gefahrlos spielen konnten und nahm damit den Müttern Sorgen ab. Er half auch bei Umzügen, beim Aufbau von gebrauchten Möbeln und beim Einbau von Küchen. Wir vom Helferkreis Asyl sind dankbar, dass Oscar bei uns war, wir sind dankbar, für die Stunden, die wir mit Oscar feiern konnten und wir sind dankbar, dass Oscar zu Hause sterben durfte.

Heidi Maurer, Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn

(„Mein Ottobrunn“, 04/2020, Seite 14)





Helferkreis Asyl - Paten helfen Kinder (Mai 2020)

Schule daheim – Was bedeutet Corona für Flüchtlingskinder?

Auf jeden Fall eine außergewöhnlich schwierige Situation. Lehrer der Grundschulkinder schicken einmal pro Woche einen Plan und Aufgaben, die Lösungen aber erst eine Woche später. Für jüngere Kinder ist dieser zeitliche Abstand sicher viel zu groß, wenn niemand ihnen zeitnah sagen kann, ob die Aufgabe richtig gelöst wurde. Gerade für sie ist die Beziehung zum Lehrer so wichtig, die jetzt fehlt. Die älteren Schüler brauchen zum Lernen einen ruhigen Ort, der kaum vorhanden ist, wenn man in einer Flüchtlingsunterkunft wohnt, und sie müssen zeigen, dass sie sich selbst organisieren können.

Grundsätzlich sind die Probleme der Flüchtlingskinder beim „Homeschooling“ jetzt die Probleme aller Kinder, die in schwierigeren und ärmeren Verhältnissen leben, in denen Eltern wenig oder nicht helfen können. Für Flüchtlingseltern gilt es aber ganz besonders. Sie sprechen manchmal weniger gut Deutsch als die Kinder, die schon einige Jahre hier zur Schule gehen. Sie haben unser Schulsystem nicht selbst erlebt und wissen nicht sicher, was regelmäßig wiederholt werden muss, wie viel Eigeninitiative von den Schülern erwartet wird und wie viel Aufmerksamkeit die Eltern den Aufgaben ihrer Kinder geben sollten. Hinzu kommt, dass die digitale Ausstattung oft fehlt, denn Hausaufgaben allein auf dem Handy zu bewältigen, ist nicht möglich. Da ist die Unterstützung von Seiten der Flüchtlingshelfer gefragt. Paten aus dem Helferkreis drucken die Arbeitsblätter aus und bringen sie den Familien. Für Notebooks und Drucker sorgt Michael Steinacker, der gespendete Geräte wieder aufrüstet. Unlängst hat er Jugendlichen aus vier Flüchtlingsfamilien Notebooks geliefert.

Mit Ramez, einem 16jährigen Afghanen aus Riemerling, der die 9. Klasse eines Gymnasiums besucht, bearbeite ich die Aufgaben aus dem Literaturunterricht. Da ist es gut, im Live Chat darüber sprechen zu können. Ramez hat sich eine entsprechende App installiert, was funktioniert, wenn das Internet nicht gerade streikt. Die digitale Kompetenz von Schülern dieser Altersstufe kann also genutzt werden. Lediglich ganz neue Themen z. B. in Physik erwiesen sich für ihn als schwierig. Aber über Emails und in Online Meetings konnte er Fragen stellen, die auch sofort beantwortet wurden. In den Schulwochen vor den Ferien hat Ramez im Durchschnitt etwa so viel Zeit mit Lernen daheim verbracht, wie das in der Schule auch erforderlich gewesen wäre.

Für die jüngeren Kinder zu sorgen, ist schwieriger. Die Helfer können ihre Patenfamilien nicht besuchen, und die digitalen Kompetenzen sind nicht so gut wie bei den älteren Schülern. Aber manchmal gelingt Hilfe, beispielsweise, wenn der Onkel, der in normalen Zeiten als Vermessungstechniker arbeitet, seine syrischen Nichten und Neffen unterrichtet.

Kritisch wird es für Schüler, denen Prüfungen bevorstehen. Ruslan, 16 Jahre alt, aus Lugansk in der Ostukraine, will einen guten Quali schaffen. Karin Rieder, Helferkreismitglied und geplante Kursleiterin für den ausfallenden vhs-Ferienkurs Mathe in den Osterferien, bot den Eltern von drei 15-16jährigen Jungs, darunter Ruslan, an, telefonisch Nachhilfeunterricht zu erteilen. Bereits zwei Wochen vor den Osterferien begann der Telefontreff von täglich einer Stunde pro Schüler an drei Tagen in der Woche. Ruslan wünschte sich sogar eine vierte Wochenstunde. Gerne! Der Erfolg stellte sich ein, und nichts macht einer engagierten Lehrerin und einem guten Schüler mehr Freude. Wer denkt, Mathe sei nicht so sprachabhängig wie andere Fächer und damit auch für Flüchtlingskinder leichter, irrt. „Materialschwund“, oder „Verschnitt“, ein Öltank ist „leck“ geworden. Die Quali- Aufgaben sind sehr komplex und in schwieriger Sprache verfasst. Ein Beispiel: „ Ein Silberschmied schmilzt 280 g Silber (Dichte: 10,5 g/cm³), um daraus Rohlinge für Schlüsselanhänger zu gießen. Wie viele Rohlinge kann er damit gießen?“ Nachdem das Gewicht (Masse) berechnet war, und Karin Rieder fragte: „Was haben wir denn jetzt für ein Ergebnis?“, sagte Ruslan: „Der Silberschmied wiegt 47 g“.

Ruslan braucht im Herbst aber auch eine Lehrstelle, er möchte Elektriker werden. Bisher hatte er erst ein Vorstellungsgespräch. Das war leider nicht erfolgreich. Ich habe ihm also einen Fragenkatalog geschickt, den er sich anschauen und seine Antworten überlegen sollte. Dann haben wir per live Chat das „Vorstellungsgespräch“ geführt. Gar nicht so leicht für einen 16jährigen, er soll sich ja nicht verstellen, aber „Personaler“ erwarten auch ein sicheres Auftreten, das ein Flüchtlingsjunge nicht ohne weiteres vorweisen kann. Den Fragenkatalog werden wir noch ein paar Mal durchgehen, ergänzen und einfach weiter üben. Und dann wird er es trotz Corona zu gegebener Zeit hoffentlich schaffen, einen Ausbildungsvertag zu erhalten, der ihm Spaß macht und ihn auf seinem Lebens-und Berufsweg voranbringt.

Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn, Ulla Müller

Der Helferkreis Asyl für Flüchtlinge Ottobrunn/Hohenbrunn bittet um Spenden von gebrauchten Notebooks: spenden@helferkreis-asyl.com

(siehe auch:„Mein Ottobrunn“, 05/2020, Paten helfen Kinder, Seite 16)





Helferkreis Asyl: Gelungene Integration – Teil 9 (8): (April 2020)

Riemerling, Neapel, Niebüll

Die heute 46-jährige Stella kam im Jahr 2015 mit ihren beiden Kindern, Tochter Merit, damals neun, und Sohn Emmanuele, damals drei Jahre, als Flüchtling nach Riemerling und zog in eine Unterkunft des Landratsamtes. Stella ist Nigerianerin und katholische Christin. Das ist eine Seltenheit unter den Flüchtlingen, die der Helferkreis Asyl betreut, denn fast alle hiesigen Nigerianer sind evangelikale Christen.
Joshua, Emmanueles Vater, stieß erst ein Jahr später zur Familie. Im Herbst 2017 heiratete das Paar. Der amtliche Ehevertrag wurde, wie in Nigeria üblich, von den jeweiligen Eltern in Abwesenheit des Brautpaars in Benin-City geschlossen.
Das nigerianische Dokument wurden von den deutschen Behörden allerdings nicht anerkannt. Das führte Anfang 2019 zur Trennung der Familie, denn Joshua musste wegen seines negativ entschiedenen Asylverfahrens Deutschland wieder verlassen.

Stellas holpriger Weg
Stella besuchte von Anfang an Deutschkurse an der Volkshochschule. In einem anderen vhs-Kurs lernte sie mit Begeisterung das Schneidern und nähte Kleider für ihre Familie. Merit besuchte gerne die hiesige Mittelschule und Emmanuele ging seit 2018 in die Grundschule; war in seiner Klasse sehr beliebt. Stella fand 2018 Arbeit als Küchenhilfe in einem großen Münchner Gastronomiebetrieb. Aber das Glück der begonnenen Integration währte nicht lange.
Stella besitzt eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis in Italien, die ein Arbeitsrecht in Ländern der EU einschließt. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit in Italien, war sie jedoch chancenlos, dort Arbeit und Wohnung zu finden. Bei ihrer Ankunft 2015 in Deutschland hatte sie einen Asylantrag gestellt, ein Irrtum zu ihren Ungunsten, auf den sie von der Behörde nie hingewiesen wurde. Denn der nun notwendige sogenannte Spurwechsel vom Status des Geflüchteten hin zum Arbeitnehmer wäre früher möglich gewesen. Im Sommer 2019 musste Stella mit den Kindern für drei Monate nach Italien zurückkehren, um als Arbeitsmigrantin wieder einreisen zu dürfen. In dieser Zeit lebte sie in der Nähe von Neapel unter schwierigsten Umständen. Der Helferkreis Asyl unterstützte sie aus der Ferne, so gut es ging. Im Herbst kehrte sie nach München zurück. Da sie in den erlaubten 90 Tagen keine Wohnung fand, konnte sie nicht bleiben. Ein Umzug nach Schleswig-Holstein brachte Erfolg. Stella fand eine Putzstelle in einem Sylter Hotel und eine Wohnung in Niebüll auf dem Festland. Sie hat zwar eine Stunde Arbeitsweg, aber der Arbeitsplatz und die Wohnung in vorschriftsmäßiger Größe sichern ihr und ihren Kin- dern die längerfristige Aufenthaltserlaubnis. Die Familie ist froh, dass sie nach vielen Jahren des ungesicherten Aufenthalts in Europa endlich ein geregeltes Zu- hause hat.

Claudia Bernardoni, Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn / MO

(„Mein Ottobrunn“, 04/2020, Seite 16
  "Gemeindeblatt Hohenbrunn", 05/2020, Seite 63)





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (März 2020)

Neues aus dem Café International

Internationale Kuchenspezialitäten, deutscher Kaffee oder wahlweise indischer Tee, gut gelaunte große und kleine internationale Gäste und engagierte Helfer – das ist der Mix, aus dem beim Café International des Helferkreises Ottobrunn Hohenbrunn seit 2016 einmal im Monat eine fröhliche Atmosphäre entsteht.

Das Café im EJO Haus der Evangelischen Jugend Ottobrunn ist ein beliebter Treffpunkt, wo Paten und ihre Familien sich austauschen können. Meistens sind auch Mitglieder des Helferkreises vor Ort, mit denen die Gäste Ausbildungs- und Schulprobleme besprechen oder sich über die Möglichkeiten, (besser) Deutsch zu lernen informieren können.

Vor allem die Frauen genießen es, mit ihren syrischen und afghanischen Freundinnen ganz einfach mal „ratschen“ zu können. Das für unsere Geflüchteten nach wie vor von viel Bürokratie beherrschte Leben in Deutschland lässt dafür oft wenig Zeit.

Der Spielplatz direkt nebenan ist für die Kinder ideal – sie können gefahrlos klettern und schaukeln, während die Eltern in Ruhe ihren Kaffee trinken. Auf der Wiese im Garten ist Platz zum Fußball spielen – genügend Fußbälle sind vorhanden!

Seit drei Jahren bietet das Café International den Firmlingen des Pfarrverbandes 4 Brunnen die Möglichkeit, während der Vorbereitung auf die Firmung ein Sozialpraktikum machen. Die jungen Leute helfen beim Auf- und Abbau der Tische, suchen das Gespräch v.a. mit den jungen Geflüchteten und spielen mit ihnen. Und bekommen dabei einen Einblick in fremde Kulturen, aber auch in die Arbeit des Helferkreises.

Die nächsten Termine sind 14. März und 24. April, 15 – 17 Uhr in der Gartenstraße 1, Ottobrunn. Auf interessierte Gäste freut sich das Helferkreisteam. Herzlich Willkommen!

Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn, Ulla Wolf

("Gemeindeblatt Hohenbrunn", 03/2020, Seite 53)





Sendereihe “Einfach Leben" des Münchner Kirchenradios (3.3.2020)
Integration:

Flüchtlinge - Angekommen oder Angefeindet?


In der Sendereihe "Einfach leben" des Münchner Kirchenradios waren Herr Stocker und Frau Bernardoni in den Faschingsferien zu Gast, und haben ein beeindruckendes Plädoyer für die Integration der Flüchtlinge und unser aller ehrenamtlichen Arbeit gehalten.
"Wie wirkt sich wachsender Fremdenhass aus auf anerkannte Flüchtlinge, die sich hier ein Leben aufbauen wollen und auf ihre Unterstützer? Ist eine gewisse Normalität eingekehrt?
Im Jahr 2012 hat sich in Ottobrunn und Hohenbrunn ein ökumenischer Helferkreis Asyl zusammengefunden. Kurz darauf im Nachbarort Putzbrunn, wo später eine Flüchtlingsunterkunft entstand. Diakon Karl Stocker koordiniert die Arbeit der Helferkreise seitdem, Claudia Berhardoni engagiert sich seit 2013. Fast die Hälfte der Flüchtlinge, die zwischen 2013 bis 2016 nach Deutschland gekommen sind, hat inzwischen Arbeit gefunden. belegt eine aktuelle Studie. Welche Erfolge hatte das Engagement für Flüchtlinge, wie sieht deren Alltag heute aus?
Hinter jedem Flüchtling, der eine gelungene Integration aufzuweisen hat, steht ein ganzes Netz von Helfern für Jahre dahinter“, betont Claudia Bernhardoni. Doch eine echte Einwanderung ist für Flüchtlinge kaum möglich, denn das Asylrecht bietet Schutz auf Zeit. So werden manche Familien schon aufgefordert, nach Syrien zurückzukehren. Helfer brauchen also eine hohe Frustrationstoleranz.
Ist der Elan der Helfer gebremst, auch durch wachsende Fremdenfeindlichkeit? Wird ihre Arbeit noch geschätzt?"

Dauer 49 Minuten





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Februar 2020)

Begegnungen schaffen

Die Begegnung zwischen Einheimischen und Geflüchteten liegt dem Helferkreis Asyl besonders am Herzen. Deshalb bietet er Aktivitäten an, die dafür Raum schaffen wollen – u.a. das Café International, »Essen über den Tellerrand« oder die Weihnachtsfeier.

Café International
In Ottobrunn eröffnete das Café International des Helferkreises Asyl im Jahr 2016. Seither findet das Café monatlich statt. Internationale Kuchenspezialitäten – darunter immer eine großzügige Spende einer örtlichen Bäckerei -, Kaffee, gut gelaunte große und kleine internationale Gäste und engagierte Helfer – das ist der Mix, aus dem beim Café eine fröhliche Atmosphäre entsteht. Dank der Unterstützung der Michaelskirchengemeinde können die Räume der evangelischen Jugend Ottobrunn genutzt werden. Der direkt nebenan gelegene Spielplatz bietet Platz für die kleinen Gäste, während die Eltern mit ihren Familienpaten dringende Angelegenheiten besprechen oder sich mit den Ottobrunner Gästen austauschen können. Nicht zuletzt ist das Café auch ein beliebter Treffpunkt für die Frauen, die mit ihren syrischen und afghanischen Freundinnen ganz einfach mal »klönen« können. Das nächste Café International findet am 8. Februar statt.

Essen über den Tellerrand
Ein weiteres Angebot ist »Essen über den Tellerrand«. Dieses Kochprojekt führt Kochfreunde aus Syrien, Afghanistan und Deutschland zusammen – gemeinsam werden Mahlzeiten in der heimischen Küche vorbereitet und dann mit geladenen deutschen Gästen zusammen verspeist. Im November gab es zum ersten Mal einen »Kochkurs« in deutscher Küche für die neuen Ottobrunner aus Afghanistan und Syrien.

Jährlicher Höhepunkt
Jährlicher Höhepunkt der Aktivitäten ist die Weihnachtsfeier. Auch hier ist der Michaelskirchengemeinde für die Überlassung des Gemeindehauses zu danken. An die 100 Gäste kommen dabei zusammen. Dabei können die Kinder basteln, es gibt ein üppiges Büffet mit Kuchen und internationalen Spezialitäten und es werden Weihnachtsbräuche vorgestellt.

Neben diesen Aktivitäten gibt es enge Kontakte zwischen den Familien und ihren Paten vom Helferkreis Asyl.

Ulla Wolf, Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn / MO


Beim Café International: Ulla Wolf (2.v.l.) und Monika Löser (rechts daneben) vom Helferkreis Asyl mit Flüchtlingen (v.l.) aus Afghanistan, Somalia, Kamerun und Sri Lanka. (Foto: privat)

(„Mein Ottobrunn“, 02/2020, Seite 23)






Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Februar 2020)

Jahresbericht 2019

Im siebten Jahr seines Bestehens unterstützte der Helferkreis ca. 230 Flüchtlinge in Ottobrunn, Riemerling und Hohenbrunn, darunter 36 Ehepaare und 8 Alleinerziehende mit 113 Kindern und Jugendlichen. Die Flüchtlinge wohnen in dezentralen Asyl-Unterkünften des Landratsamtes sowie in eigenen Wohnungen. Zusätzlich werden ca. 30 Menschen, die in Nachbargemeinden gezogen sind, weiter von ihren Paten begleitet

Vier anerkannte Flüchtlingsfamilien und ein Alleinstehender haben als Neuzugezogene Kontakt zum Helferkreis gesucht.

Die zu uns geflüchteten Menschen kommen aus Afghanistan, Syrien, Iran, Irak, Somalia, Pakistan, Nigeria, Uganda, Senegal, Eritrea, Ukraine, Indonesien, Bangladesch.

Die meisten der von uns Betreuten sind vor vielen Jahren aus ihren Herkunftsländern geflüchtet. In der Mehrheit sind sie aus humanitären Gründen anerkannt und besitzen eine Aufenthaltserlaubnis, einige die echte Flüchtlingseigenschaft nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Manche haben bereits ein Visumverfahren durchlaufen, das heißt, sie sind kurzfristig ausgereist und mit einem Visum der deutschen Botschaft als Migranten wieder eingereist und arbeiten nun hier als ausländische Arbeit-nehmer. Einige wenige Geflüchtete haben ihr Asylverfahren noch immer nicht abschließen können oder leben hier mit einer Duldung.

Unsere Aufgaben in Bezug auf die aufenthaltsrechtliche Integration hatten im letzten Jahr einen besonderen Schwerpunkt, nämlich Familienangehörige. Unsere Bemühungen bezogen sich auf die Aufenthaltssicherung für Familienangehörige, auf die Aufenthaltsverfestigung, zum Beispiel durch Niederlassungserlaubnis, und auf Familiennachzug. Bei der Aufenthaltssicherung für Familienväter ging es um traditionell geschlossene Ehen von Afrikanern, die nicht anerkannt werden, selbst, wenn sie von den Behörden im Herkunftsland beglaubigt sind. Sodass auch der Ehemann einer anerkannten Frau nur eine Duldung erhielt, aber durch einen festen Arbeitsplatz seine Chancen erhöhen konnte. Der sog. Spurwechsel einer wegen Bürgerkrieg im Herkunftsland hier Asylsuchenden zur Arbeitsmigrantin durch das Visumverfahren war für die Familienmutter erfolgreich, aber selbst die eigenen Kinder sind dadurch nicht automatisch mit dem gleichen Recht versehen, was weitere Schritte zur Existenzsicherung der Familie nötig macht. In Bezug auf Niederlassungserlaubnis erwies sich die Sonderregelung für anerkannte Jugendliche mit guten Schul- und Integrationsleistungen im Berichtszeitraum als nicht ohne weiteres umsetzbar, ist jedoch in Zukunft sicher zu erreichen. Schließlich erweist sich der Familiennachzug von Kindern aus Ländern, in denen sie besonders bedroht sind, wie Somalia, als extrem schwierig und langwierig. Erfolge sind andererseits bei der weiteren Sicherung des Aufenthaltsrechts durch Ausbildungsduldung und den Abschluss von anerkannten Ausbildungen durch bestandene Prüfungen zu verzeichnen.


Integration durch Sprache und Arbeit
  • Der Helferkreis ergänzt das Angebot der VHS Südost an Deutschkursen mit Deutsch-Training und Lernpatenschaften. Wir bezuschussen Kurs- und Prüfungskosten.
  • Der Arbeitskreis Job & Ausbildung unterstützt bei der Suche von Praktika, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Mit dem Gewerbeverband Hohenbrunn erfolgt ein reger Austausch, es kam zu Jobvermittlungen. Die meisten Flüchtlinge, die arbeiten dürfen, und die Integrationskurse abgeschlossen haben, konnten inzwischen eine Arbeit beginnen. Hilfe bei Kündigungen zu Saison-Ende oder prekären Arbeitsverhältnissen sind weitere Aufgaben.
  • Junge Menschen mit Schulabschlüssen haben mit Ausbildungen begonnen, z.B. zum zahnmedizinischen Fachangestellten. Ein Familienvater begann eine Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik bei der Deutschen Bahn. Berufsschüler erhalten von Lernpaten individuell Nachhilfe. Auszubildende konnten ihre Abschluss-Prüfungen erfolgreich ablegen, als Hotelfachmann, Kfz-Mechatroniker, Maler.
  • Dem Helferkreis ist es ein Anliegen, für die Mütter Qualifizierungen und Ausbildungen zu ermöglichen. Erfolgreich abgeschlossen wurden eine Qualifizierung im örtlichen Bonusmarkt und eine Office-Ausbildung an der VHS.
  • Begleitung zu Behörden und Unterstützung beim Ausfüllen von umfangreichen Formularen nehmen immer noch viel Zeit in Anspruch.
  • Paten lernen mit Kindern und Jugendlichen, die inzwischen auch Realschulen, Gymnasien oder Fachoberschulen besuchen. Intensiv werden junge Menschen auf ihre Abschlüsse an den Mittelschulen vorbereiten. Eine Absolventin der FOS begann das Studium Maschinenbau an der Hochschule München.
  • Schüler, Auszubildende, Arbeitssuchende erhielten Notebooks und Software, andere Rat und Hilfe beim Anlegen von Mail-Accounts, Internet-Anschlüssen usw.
Integration durch gesicherte Wohnverhältnisse

Mit einer sicheren, bezahlbaren Wohnung kann man die Zukunft planen, Kontakte mit Nachbarn schließen, sich einbringen in das Wohnumfeld. Solange das Bleiben in einer Asyl-Unterkunft unsicher ist, besetzen Angst und Unsicherheit einen guten Teil der Lebensenergie. Der Helferkreis unterstützt Flüchtlinge bei der Wohnungssuche, bei Umzügen, bei der Möbelbeschaffung, auch noch bei Verlust der Wohnung und Einweisung in eine Obdachlosenunterkunft.

Zwei alleinerziehende Mütter mit Kleinkindern zogen in Unterkünfte mit größerem Wohnraum, 6 Familien mit 12 Kindern und zwei Alleinstehende konnten in eigene Wohnungen ziehen.


Integration durch Teilhabe am sozialen Leben
  • Der Helferkreis Asyl war bei mehreren Veranstaltungen in der Öffentlichkeit mit seinem attraktiven Stand präsent: Beim Fest der Kulturen im Wolf-Ferrari-Haus Ottobrunn, beim Rie-West-Straßenfest des Gewerbeverbandes Hohenbrunn, beim Ottostraßenfest und bei der Bürgerversammlung Ottobrunn. Bei allen Festen wirkten Flüchtlinge mit, andere nutzten die Gelegenheit, den Stand und das Fest zu besuchen.
  • Der Frauen-Schwimmkurs mit einer Schwimmtrainerin des Phönix Sport Teams wurde durch eine zweite Staffel im Frühjahr vertieft. Die drei Kinderschwimmkurse des TSV Riemerling liefen bis zu den Sommerferien. Im Herbst begannen dann neue Kinderschwimmkurse in drei Leistungsgruppen mit dem Ziel Pinguin-, Seepferdchen- und Haie-Prüfung.
  • Die eigene Fußballmannschaft des Helferkreises „Ramasuri“ beteiligte sich an verschiedenen Turnieren und konnte Pokale nach Hause bringen. Die finanzielle Unterstützung einer Charity Organisation ermöglichte es, ins Trainingslager an die Ostsee zu fahren.
  • Das Team des Café International lädt einmal im Monat zur Begegnung von Flüchtlingen und Einheimischen ein. Das schöne Wetter erlaubte oft den Café-Betrieb im Garten des Evangelischen Jugendhauses. Das Café wird gerne von Familien besucht, der große Garten und der Spielplatz daneben sind ideal für Kinder. Flüchtlinge und Firmlinge der kath. Pfarreien arbeiteten im Betrieb des Cafés mit.
  • In sechs Tafelrunden „Über’n Tellerrand“ kamen sich Flüchtlinge, Migranten und Einheimische beim Kochen, Backen und Essen näher. Speisen aus Afghanistan, Syrien, aber auch deutsches Frühstück und deutsche Herbstküche boten Gesprächsstoff, um die Ess-Kulturen der Länder kennen zu lernen. Zwei der Termine fanden als Kochkurse von Senioren für Senioren in der AWO Kaiserstiftung in Riemerling statt.
  • Mütter aus Syrien und Afghanistan engagieren sich ehrenamtlich in der AWO Klawotte Kinder & Kreativ, im Seniorenzentrum Kaiserstiftung Riemerling und im Verein Mammalade für Karla e.V.
  • Ein Elternworkshop des Vereins Brücken Bauen e.V. bot afrikanischen Müttern die Möglichkeit, sich damit vertraut zu machen, wie Eltern und Kita-Einrichtung zum Wohle der Kinder zusammenarbeiten.
  • Im Kulturprojekt besuchten Flüchtlinge gemeinsam mit Paten Theater- und Musikvorstellungen im Wolf-Ferrari-Haus. Im Sommer wurden zwei Ausflüge nach München unternommen, in die Residenz und zum Schloss Nymphenburg. Eine Kunsthistorikerin führte –angepasst an den Teilnehmerkreis –in Geschichte und Kunstepochen ein.
  • Wir fördern die Teilnahme von Kinder und Jugendlichen an den Ferienprogrammen der Gemeinden und anderer Organisationen, ebenso die Mitgliedschaft in den verschiedensten Sparten der Sportvereine, bei den Pfadfindern, den Angeboten der Kirchen, des KJR, beim Ramadama und der Jugendbürgerversammlung. Ein Pfadi-Ferienlager in Holland und die Teilnahme am Weltpfadfindertreffen in Kanada konnte zwei Jugendlichen ermöglicht werden.
  • Die Flüchtlinge können sich lokal mit Kleidung, Spielsachen, Geschirr und Möbeln versorgen - dank der AWO Klawotten und der AWO Rumpelkammer. Bei der Beschaffung von Fahrrädern, beim Ersatz von Elektro-Großgeräten oder Reparaturen in der Wohnung hilft die Mobile Caritas Werkstatt. Der Caritas Ottobrunner Tisch ist eine große Hilfe für viele.
Entwicklung im Helferkreis
  • 125 Ehrenamtliche sind Mitglieder im Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn; darunter 15 Flüchtlinge. Die jüngsten Helfer sind 14 Jahre, der älteste ist 87 Jahre alt. Mitglieder scheiden aus, neue Mitglieder kommen dazu. Gegenseitiges Vertrauen, Kontinuität bei den Verantwortlichen im Helferkreis, die Kultur, sich miteinander zu freuen und auch zu feiern, tragen zum guten Miteinander im Helferkreis bei. Mitglieder können zeit- und ortsnah eine individuelle Supervision in Anspruch nehmen.
  • Der Helferkreis trifft sich dreimal im Monat im Pfarrsaal St. Magdalena. In internen Weiterbildungen wurde an 8 Treffen zu aktuellen Themen informiert und diskutiert. Individuell nutzen die Mitglieder die von vielen Organisationen angebotenen Weiterbildungen zu Flucht und Integration. Mitglieder nahmen an den Oberbayrischen Asylgipfeln in Tutzing und München teil, an der Demo „Ein Europa für alle“ und dem ökumenischen Gottesdienst für die Toten im Mittelmeer im Münchner Liebfrauen-Dom.
  • Mit der Integrationsbeauftragte der Gemeinde Ottobrunn besteht eine intensive Zusammenarbeit. In der Gemeinde Hohenbrunn ist die Stelle des Integrationsbeauftragten noch vakant. Der Austausch am Runden Tisch hat sich etabliert, zweimal jährlich im Rathaus Ottobrunn und in der Gemeinde Hohenbrunn. In der Caritas Asylsozial- und Migrationsarbeit gab es im Sommer personelle und strukturelle Änderungen, die Sozialarbeiter sind jetzt im Caritas Zentrum Ottobrunn in der Putzbrunner Str. 11 mit eigenem Büro und Sprechzeiten erreichbar.
  • Wir informieren die Öffentlichkeit über unsere Homepage, www.helferkreis-asyl.com, und in den Gemeindeblättern Hohenbrunn und Ottobrunn. Die Artikelserie „Wie gelingt Integration“ mit Berichten über die Geschichte unserer Flüchtlinge wurde fortgesetzt.

Eine Wohnung zu finden, ist eine der Hauptsorgen unserer anerkannten Flüchtlinge in Ottobrunn und Hohenbrunn. Bitte melden Sie sich bei Diakon Stocker, Tel. 089 / 42 00 179 - 01, E-Mail KStocker@ebmuc.de, wenn Sie dazu Auskünfte wünschen oder helfen können.

Mit Geldspenden von Privatpersonen, Organisationen und Gemeinden können Angebote für Flüchtlinge finanziert werden, in Notlagen kann individuell und unbürokratisch geholfen werden. Dafür danken wir allen Spendern herzlich!

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger“, diese Worte aus dem Epheser-Brief im Neuen Testament werden auch im kommenden Jahr Leit-Motto für den Helferkreis sein.

Heidi Maurer und Claudia Bernardoni
Sprecherinnen Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn






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