|
Presse / Nachrichten - Archiv (2016)
Artikelliste (2016)
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (15.12.2016)
Glückliche Gesichter gab es beim Helferkreis Asyl, als Margret Joswig, Kirchenmusikverantwortliche in St. Magdalena Ottobrunn,
im Pfarrsaal des Ökumenischen Zentrums Putzbrunn einen Scheck über EUR 1.000,00 an Diakon Karl Stocker für den Helferkreis Asyl
übergeben konnte.
|
Margret Joswig, Karl Stocker und afghanische Helferinnen mit ihren Familien. (Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn)
|
Gespendet haben diesen Betrag die vielen Zuhörer beim Bayerischen Adventssingen, das im November in der Pfarrkirche von jungen
Musikern der Pfarrgemeinde gestaltet wurde und die Kirche mit vielen interessierten und reichlich spendenden Gästen füllte. Dieses
Benefizkonzert ist mittlerweile Tradition in Ottobrunn und lockt immer mehr Besucher zum besinnlichen Zuhören und Mitsingen in den
ersten Tagen des Advents in die Kirche.
„Die vom Helferkreis betreuten Menschen sind dankbar für die materielle Unterstützung, die zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben
des Helferkreises dringend nötig ist“ sagte Karl Stocker bei der Übernahme der Spende und dankte Margret Joswig ganz herzlich.
Margret Joswig sagte zu, diesen Dank an den Kinderchor, den Jugendchor und an alle weiteren Mitwirkenden beim Bayerischen
Adventssingen weiter zu geben.
An der kleinen Übergabefeier nahmen auch Familien aus Afghanistan teil, die inzwischen in den Helferkreis Asyl integriert sind und
dort ehrenamtlich auch als Dolmetscher mitwirken.
„ Für unsere Musikgruppen von St. Magdalena ist die Unterstützung der Flüchtlinge mit einer durch´s Musizieren erbrachten Spende eine
zusätzliche Motivation und wir werden diese Tradition sicher auch in Zukunft wahren“ verkündete Margret Joswig zur Freude der
anwesenden Helfer.
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Dezember 2016)
Weihnachtsgeschenke für Flüchtlingskinder
Immer wieder treten Bürger und Institutionen an uns heran, die Weihnachtsgeschenke an die Flüchtlingskinder verschenken wollen.
Viele Flüchtlingsfamilien wohnen in beengten Wohnungen und sind häufig schon eine Weile hier. Die Grundbedürfnisse an
Kleidung und Spielsachen sind gedeckt, u.a. auch weil die Eltern günstig in der Klawotte einkaufen können.
Aus unserer Sicht eignen sich daher Aktionen, die den Kindern Gelegenheiten bieten, Deutsch zu sprechen, Zeit mit
Einheimischen zu verbringen und aus den engen Wohnungen herauszukommen. Ideen wären z.B.:
- Gemeinsamer Besuch eines Puppentheaters / Kindertheaters / Konzertes / Zirkus
- Gemeinsamer Besuch des Christkindlmarktes
- Einladung zur Weihnachtsfeier im Verein, Kindergarten, Schule
- Schwimmbad-Eintrittskarten oder gemeinsamer Besuch
- Kino-Eintrittskarten oder gemeinsamer Besuch
- Einladung zum Schlittenfahren, Eislaufen oder einen Ausflug
Besonders geeignet für Unternehmungen sind die Schulferien, in denen die Kinder oft wenig Kontakt zur „deutschen“ Umgebung haben.
Gerne können sie auch auf unser Konto spenden. Mit diesen Spenden finanzieren wir z.B. Schwimmbadkarten, Theaterkarten, Feiern,
Sportartikel, Teilnahme an Ferienkursen für die Kinder.
Alle Familien haben Paten im Helferkreis. Bitte sprechen Sie uns an, die Paten werden sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen.
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (22.06.2016)
Frauen aus Afrika - Alltag und Wertvorstellungen
Am 22. Juni 2016 hatte der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn Fadumo Korn aus Somalia, seit 1979 in Deutschland, Autorin, Dolmetscherin
und Gründerin des Vereins „NALA – Bildung statt Beschneidung“ eingeladen. Nala heißt auf Kisuaheli „Löwin“ und Fadumo Korn kämpft als
„Schwester Löwenherz“ (so einer ihrer Buchtitel) für die weltweite Abschaffung von weiblicher Beschneidung, eines Rituals, das Mädchen und
Frauen unter Qualen angeblich zu „reinen“, heiratsfähigen Partnerinnen für Männer einer patriarchalischen Gesellschaft macht. Zahlreiche
Zuhörer/innen und Gäste, darunter Flüchtlingsfrauen aus Somalia; Eritrea und Uganda sowie Patinnen und Interessierte aus verschiedenen
Helferkreisen des Landkreises München, waren nicht allein entsetzt über die Grausamkeit und die katastrophalen Folgen der Beschneidung
für Frauen (Tod, Kindersterblichkeit, lebenslange Krankheiten und Behinderungen), sondern auch über die unverminderte Aktualität des
3500 Jahre alten Brauches in den meisten Ländern des afrikanischen Kontinents sowie beeindruckt von der Tatkraft Fadumo Korns und ihrer
Mitarbeiterinnen. Eine wichtige Einsicht für uns war, dass beschnittene Frauen, die nach Deutschland fliehen, spezielle medizinische
Bedürfnisse haben, wofür die übliche, Asylbewerbern zugestandene Gesundheitsversorgung keine angemessene Hilfe bereitstellt.
(siehe auch www.nala-fgm.de)
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (17.04.2016)
Fest der Kulturen 2016
Beim 4. Fest der Kulturen am 17. April 2016 im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn war der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn wieder einmal
besonders aktiv dabei.
Wir konnten der beeindruckenden, nigerianischen Gospel-Sängerin Gladys, die hier Asyl beantragt hat, zum ersten Mal
zu einem Auftritt verhelfen.
Die afrikanische Trommler-Band von Michael Akpaglo aus Weilheim hat die Besucher wiederum gut unterhalten und
am Ende noch zum Tanz im Treppenhaus verlockt. Im Festsaal war das Kunstprojekt: „Zeige dich- Flüchtlinge bekennen Farbe“ mit Körperbildern,
die Flüchtlinge gestaltet hatten, zu sehen.
Beim Markt der Initiativen waren wir mit unserem einerseits orientalisch, andererseits afrikanisch
dekorierten Informationsstand und durch die Teilnahme von Flüchtlingen für viele Besucher ein Ort der Attraktion und Begegnung.
(Alle Fotos: Gunter Hahn, Neubiberg)
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (April 2016)
Helferkreis Asyl besuchte Schulleiterin Beate Heller
Wie stellen sich Schulen den Herausforderungen, wenn sie Flüchtlingskinder, die kaum Deutsch sprechen und aus ganz unterschiedlichen
Kulturkreisen kommen, aufnehmen müssen? Der Helferkreis Asyl hat sich bei der Rektorin der Grundschule an der Lenbachallee, Beate Heller,
erkundigt. Derzeit sind an dieser Schule Kinder aus 33 Nationen versammelt. Diejenigen, die schon länger an der Schule sind, sprechen
inzwischen fließend Deutsch und arbeiten erfolgreich in den Regelklassen mit. »Das Thema Flüchtlingskinder brennt uns deshalb nicht so auf
den Nägeln, wie das gemeinhin angenommen wird. Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt in diesem Zusammenhang den Kindern, die keine oder nur
geringe Deutschkenntnisse haben.«
Übergangsklassen helfen
Für Kinder, die ohne Deutschkenntnisse in die Schule kommen, gibt es Übergangsklassen. Dort sind nicht nur Flüchtlingskinder, sondern alle,
die neu in den deutschsprachigen Raum gezogen sind. Beate Heller erklärt: »Übergangsklassen sind das Tor zur Teilnahme am Unterricht in
Regelklassen. Die Plätze in den Übergangsklassen sind heiß umkämpft, und ich bedaure sehr, dass ich aufgrund eingeschränkter Ressourcen nur
bedingt allen Kindern faire Bildungschancen anbieten kann«. An der Lenbachschule sind derzeit zwölf Flüchtlingskinder und es ist gar keine Frage:
Bildung hat bei den Eltern höchste Priorität. »Gerade Familien aus Krisengebieten schätzen die Chancen, die Bildung ihren Kindern eröffnet, ganz
besonders«. In vielen Ländern wäre der Schulbesuch für Mädchen gar nicht möglich – hier sind sie und ihre Brüder gleichberechtigt; das ist eine
gute Erfahrung für alle.
Auch die deutschen Kinder kommen gut mit den Flüchtlingen klar. »Kleine Schulkinder, egal wo ihre Geburtswiege stand, saugen gleichermaßen
Lerninhalte auf und wollen mehr wissen. Sie eignen sich einfach nicht als Träger von Angst. Es gibt für sie keinen Grund, auf andere Kulturkreise
herabzublicken. Kinder gehen vorurteilslos miteinander um. Hier können Erwachsene viel von den Kindern lernen«. Abschließend meint Beate Heller:
»Wir können Flüchtlingskinder. Wir haben keine Scheu und keine Berührungsängste; wir lösen diese Aufgabe. Unser Beruf und unsere Motivation ist es,
Bildungschancen und damit Lebenschancen zu eröffnen, egal aus welchen Ländern die Kinder kommen. Sie haben es ohne Einschränkung verdient.«
Margrit Grubmüller
Quelle: Gemeinde-Journal:
„Mein Ottobrunn“
(Ausgabe 04/2016, Seite 24)
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (März 2016)
App-Projekt: Kinder auf der Flucht
(Quelle)
In der App „Kinder auf der Flucht“ erzählen drei junge Flüchtlinge ihre Geschichte. Entlang ihrer Geschichten gliedern sich die
zentralen Themenbereiche der App: Heimat, Flucht, Asyl, Leben und Lernen in Deutschland. Die App möchte Empathie für Flüchtlinge
wecken und dabei über zentrale Fragen rund um das Thema Flüchtlinge aufklären. Sie richtet sich in erster Linie an Jugendliche und
junge Erwachsene.
Inhalte und Funktionen
- Die drei Flüchtlingskinder Korosh, Haifa und Mohammad erzählen ihre Geschichte.
- Handliche Fakten derart „Wusstest Du, dass…“ sollen informieren und über Vorurteile aufklären.
- Vertiefende Texte rund um das Thema Menschenrechte bieten Hintergrundinfos.
- Bilder des Künstlers Hubert Stadtmüller illustrieren die verschiedenen Themenbereiche.
- Über eine interaktive Karte können die verschiedenen Fluchtrouten nachvollzogen werden.
- Über besondere Themen, wie z.B. Kirchenasyl und Bildungsmöglichkeiten für junge Flüchtlinge, sollen Interviews mit Fachkräften und
ehrenamtlichen Helfern aufklären.
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (März 2016)
Aus Flüchtlingskindern werden Riemerlinger Haie:
Am 6. Februar liefen die beiden Winter-Schwimmkurse für Flüchtlingskinder aus,
die im September begonnen hatten. Fast alle Kinder konnten erfolgreich eine Schwimmprüfung ablegen: acht Kinder schafften das
Pinguin-Abzeichen, acht das Seepferdchen und sieben sogar das Hai-Abzeichen. Mit bestandenem Hai-Abzeichen dürfen die Kinder und
Jugendlichen am regulären Breitensportangebot der Riemerlinger Haie teilnehmen, wo sie herzlich willkommen sind.
Zur Belohnung für ihre schwimmerischen Leistungen bekamen alle neben ihren Schwimmabzeichen und Urkunden auch ein
Vereins-Shirt geschenkt, das vom Helferkreis Asyl gespendet wurde. Nach den Faschingsferien haben zwei neue Kurse begonnen, bei
denen 24 Flüchtlingskinder aus Riemerling, Ottobrunn und Putzbrunn die Chance bekommen, schwimmen zu lernen und
nach bestandener Hai-Prüfung am regulären Vereinsangebot teilzunehmen. Monika Six
(Mein Ottobrunn)
(Ausgabe 03/2016, Seite 26)
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (März 2016)
Das Eisstadion am Haidgraben wurde an einem Januartag von fünfzehn Kindern und jugendlichen Flüchtlingen zwischen sechs und 15 Jahren freudig
erstürmt. Bei Sonnenschein, Musik, Plätzchen und Kinderpunsch vergnügten sie sich mit ihren fünf Begleitern aus dem Helferkreis Asyl
Ottobrunn/Hohenbrunn auf dem Eis. Die Gemeinde hatte die Eintrittskarten spendiert; Leihschlittschuhe und Eislauf-Lernhilfen (Pinguinfiguren)
stellte der Eis- und Rollsport-Club Ottobrunn zur Verfügung. Anfänger, Fortgeschrittene und Könner verschiedenster Nationalitäten halfen sich,
stützten sich wechselseitig und überstanden gemeinsam auch die gelegentlichen Stürze. Im Laufe des Vormittags ergaben sich erste Kontakte zu
anderen Eisläufern.
Quelle: Gemeinde-Journal: „Mein Ottobrunn“
(Ausgabe 03/2016, Seite 26)
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (März 2016)
Die unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge in den sozialpädagogischen Wohngruppen im Lore-Malsch-Haus in Riemerling erhielten eine ganz besondere
Spende: Die 88 Jungen im Alter von 15 bis 18 Jahren bekamen eine Bibliothek mit 190 Büchern geschenkt und damit die Möglichkeit, auf unterhaltsame
Weise Deutsch zu lernen. Entstanden war Idee im Sozialkaufhaus Klawotte. Als die dortige Jugendbuchabteilung vor Weihnachten aus allen Nähten
platzte, stellte Karin Rieder, Mitarbeiterin der Klawotte und gleichzeitig ehrenamtliche Lehrerin beim Helferkreis Asyl, den Kontakt zu den
unbegleiteten Minderjährigen im Lore-Malsch-Haus her, die sie ehrenamtlich unterrichtet. Sie fragte Klawotte-Chefin Ulrike Konrads und diese
stimmte zu. Zur Unterbringung spendete der Helferkreis Asyl eine Vitrine. Eine Bücherliste und Leihscheine wurden ausgelegt. Und nach einer kleinen
Einweihungsfeier der »Jugendbibliothek im Lore-Malsch-Haus« startete offiziell der Betrieb. Lesepaten gesucht: Die beliebtesten Bücher
bei den Jungen sind Fußballkrimis, Fußballgeschichten und Titel wie »Verliebt zwischen Ecke und Elfmeter«, und »Jagd im Internet«.
Wer das Projekt als Lesepate unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen.
Quelle: Gemeinde-Journal: „Mein Ottobrunn“
(Ausgabe 03/2016, Seite 27)
Flüchtlinge in Ottobrunn und Hohenbrunn - Berichte aus dem Alltag und Diskussionsrunde mit Betroffenen
Rund 250 Flüchtlinge leben derzeit bei uns in Ottobrunn und Hohenbrunn. Doch wie leben sie hier? Woher kommen sie? Und wie sind ihre Hoffnungen
und Perspektiven hier bei uns?
Wohnungen für 320 Flüchtlinge am Kathi-Weidner-Weg (Februar 2016)
Am Kathi-Weidner-Weg dürfen zehn Holzhäuser gebaut werden, in denen bis zu 320 Asylsuchende Menschen wohnen können.
Diesen Grundsatzbeschluss fasste der Gemeinderat in seiner Januar-Sitzung.
Die Gemeinde errichtet und betreibt die Häuser nicht selbst. Um diese Aufgabe hat sich die Firma Feel Home aus Starnberg
beworben. Sie wird die Wohnungen an den Landkreis München als Vertreter des Freistaats Bayern vermieten. Die Rolle der
Gemeinde beschränkt sich darauf, dass sie der Firma Feel Home die für die Errichtung und den Betrieb der Häuser notwendigen
Flächen am alten Flughafengelände entlang des KathiWeidner-Wegs für die nächsten zehn Jahre gegen Zahlung einer Miete zur
Verfügung stellt.
Ursprünglich war die Errichtung von 13 Häusern für bis zu 416 Menschen angedacht. Bereits in der vorberatenden Sitzung
des Hauptausschusses des Gemeinderats kamen die Mitglieder überein, die Zahl der Häuser auf zehn und damit die Zahl der dort
wohnenden Menschen um 96 zu verringern. Mit seinem vorläufigen Verzicht auf drei Häuser kam der Gemeinderat den künftigen
Nachbarn, die gegen die Siedlung mit zum Teil drastischen Worten protestierten, entgegen. Zugleich waren sich die Bürgervertreter
jedoch einig, dass man sich vorbehalte, die drei Häuser in einem zweiten Bauabschnitt doch noch zu errichten, falls ein entsprechender
Bedarf bestehe. Mehr als 416 Asyl suchende Menschen sollen am KathiWeidner-Weg auch langfristig nicht leben. Das hatte
Bürgermeister Thomas Loderer bereits in der Informationsveranstaltung am 13. Januar betont.
Gemeinderat stellt Bedingungen
In seinem Beschluss hat der Gemeinderat seine Zustimmung an mehrere Bedingungen geknüpft.
So muss der Landkreis München als künftiger Mieter der Wohnanlage der Gemeinde Ottobrunn ein Betriebs-, Betreuungsund
Sicherheitskonzept vorlegen, in dem verbindlich festgelegt ist,
- dass vor Ort eine intensive sozialpädagogische Betreuung der Flüchtlinge durch professionelle Sozialarbeiter gemäß
dem Mindestbetreuungsschlüssel 1:100 erfolgt,
- dass die Flüchtlinge auch nach ihrer Anerkennung so lange in der Siedlung wohnen und die sozialpädagogische Betreuung
in Anspruch nehmen dürfen (bei voller Anrechnung auf den Betreuungsschlüssel), bis sie eine dauerhafte Wohnung gefunden haben,
- dass sowohl für die hauptamtlichen Betreuer als auch für ehrenamtliche Helfer in den zu errichtenden Gebäuden Räumlichkeiten in
ausreichender Größe bereitgestellt werden,
- dass stets mindestens zwei Sicherheitskräfte 24 Stunden pro Tag vor Ort sind,
- dass durch privatrechtlichen Vertrag mit einem Abfallentsorgungsunternehmen sichergestellt ist, dass die Mülltonnen regelmäßig
in angemessenen Zeitabständen geleert werden,
- dass seitens des Landkreises der Gemeinde regelmäßig über die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung am Kathi-Weidner-Weg
gemäß diversen Kriterien wie Alter, Herkunft, Geschlecht, Familienstatus, aktuelle Tätigkeit (Schule/Ausbildung/Beruf) berichtet wird.
Darüber hinaus legt der Gemeinderat Wert darauf, dass in der Wohnanlage hauptsächlich Familien untergebracht werden. Sollten
Bewohner der Siedlung durch schweres Fehlverhalten auffällig werden, sollen diese auf Verlangen der Gemeinde der Siedlung
verwiesen werden können.
Vier Wohnungen pro Haus
Bei den geplanten Gebäuden handelt es sich um zweigeschossige Doppelhäuser in holzbasierter System- und Modularbauweise mit
jeweils vier Appartements, in denen jeweils acht Menschen wohnen können. Zusätzlich werden in den Gebäuden noch Funktions- und
Gemeinschaftsräume geschaffen. Art, Größe und Ausstattung der Gebäude entsprechen den Vorgaben des Bayerischen
Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Die Gebäude sollen um eine Art Anger angeordnet werden.
So soll zum einen Offenheit und Transparenz gewährleistet und zum anderen eine gewisse städtebauliche Qualität sichergestellt
werden. Planungsrechtlich ist der Bereich als Außenbereich einzuordnen. Aufgrund der Änderung des Baugesetzbuches
(§ 246 Absatz 9 BauGB) kann allerdings ein Vorhaben, das der Unterbringung von Flüchtlingen oder Asylbegehrenden dient,
zugelassen werden, wenn es auf Flächen errichtet werden soll, die von einer baulichen Nutzung umgeben sind. Diese rechtliche
Voraussetzung ist hier – wie auch eine Überprüfung durch das Landratsamt München ergeben hat – gegeben.
Der Helferkreis Asyl hat in einer Stellungnahme die Errichtung der Siedlung am Kathi-WeidnerWeg begrüßt und der Gemeinde
Ottobrunn und dem Landkreis München seine Unterstützung bei der Betreuung der Flüchtlinge zugesagt (siehe Stellungnahme des
Helferkreises Asyl auf der Seite 10).
MO
( Mein Ottobrunn,)
( Ausgabe 02/2016, Seite 8)
Alle im Blick
Die Ehrenamtlichen des Ottobrunner Helferkreises tragen die Hauptlast der Integrationsarbeit. Dabei erreichen sie oft die Grenze
der Belastbarkeit - eine Supervision soll ihnen helfen, sich nicht zu übernehmen
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Stellungnahme,15.01.2016)
Flüchtlingsviertel auf Zeit – Integration ist entscheidend
Das Projekt der Gemeinde Ottobrunn, für einen Zeitraum von zehn Jahren 13 Häuser in Holzbauweise für 416 Flüchtlinge am Kathi-Weidner-Weg
zu errichten, ist eine moderne Lösung. Nahe an Supermärkten und Einkaufszentrum gelegen, mit Spielplatz, guten Verkehrsverbindungen, und
Erreichbarkeit von Kindergärten und Schulen. Keine zentrale Massenunterkunft, sondern ein Flüchtlingsviertel auf Zeit. Es wird jedoch auf die
Integration der Flüchtlinge ankommen, sie ist der entscheidende Faktor für ein gelingendes Miteinander. Solange Flüchtlinge in überschaubarer
Zahl in Ottobrunn und in den umliegenden Gemeinden aufgenommen wurden, konnten wir ehrenamtlichen Helfer die Betreuung in dezentralen
Unterkünften gestützt auf die Strukturarbeit der hauptamtlichen Kräfte in den Landkreis - und Gemeinde - Verwaltungen und in den
Wohlfahrtsverbänden leisten. Bei der großen Anzahl von Menschen, die zurzeit aus den verschiedensten Nationen kommen und die das Vergessen
traumatischer Erfahrungen, Heilung, Sicherheit und einen Neuanfang suchen, sind Sozialbetreuer in ausreichender Zahl sowie Trauma-Berater vor
Ort unbedingt erforderlich. Gemeinsam mit ihnen können wir Integrationshelfer gezielt Einzelaufgaben übernehmen, zumal hierfür Sozialräume
vorgesehen sind.
Wohnen statt (Massen)-Unterkunft
Wer bisherige Asylbewerber-Unterkünfte kennt, kleine, schlecht geschnittene Wohnungen mit zu wenigen sanitären Anlagen und mangelhaften
Kochgelegenheiten in renovierungsbedürftigen oder Abriss-Häusern, freut sich über die geschickte räumliche Aufteilung, die trotz der
vorgeschriebenen, grenzwertigen 7m2 pro Person die größtmögliche Wohnlichkeit erzeugt. Die Einrichtung ist einfach und praktisch. Vor allem
lässt sie privates Kochen der heimischen Speisen für Flüchtlinge zu, ein wesentliches Element für „Feeling at Home“.
Wer keine Flüchtlinge kennt, sieht zu leicht Gespenster
Zu der Sorge vor Flüchtlingskriminalität in der Bevölkerung können wir Helfer aus individueller Erfahrung bestätigen, was die Polizei aufgrund
ihrer Ermittlungen faktisch erhärtet: Gewaltsame Auseinandersetzungen sind eher selten und spielen sich intern ab, aufgrund von Fremdheit – auch
unter Flüchtlingen –zwischen unterschiedlichen Nationen und Kulturen, wegen übergroßer Enge und mangelnder Privatsphäre. In der geplanten
Siedlung wird ein 24 Stunden anwesender Security Service für größtmögliche Sicherheit sorgen. Wir Helfer – in der Mehrheit Frauen– sind
nicht nur in Familien, sondern auch in „Männerunterkünften“ willkommen und können als Vermittlerinnen wirken. Integration ist eine beidseitige
Aufgabe. Von den Neuankömmlingen erwarten wir, dass sie sich in das gesellschaftliche Leben einfügen und unsere Werte achten. Wenn die
Bürgerinnen und Bürgern von Ottobrunn offen und entgegenkommend sind, werden Vorurteile und Ängste schwinden und unsere Gemeinde wird von der
Vielfalt profitieren.
Für den Helferkreis Ottobrunn/Hohenbrunn
Diakon Karl Stocker (Leiter)
Claudia Bernardoni und Heidi Maurer (Ehrenamtliche Sprecherinnen)
Wetere Quellen:
Mein Ottobrunn,
( Ausgabe 02/2016, Seite 10)
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Januar 2016)
Im dritten Jahr seines Bestehens unterstützte der Helferkreis über 250 Flüchtlinge inOttobrunn und Hohenbrunn, darunter 70 Kinder und 10
Jugendliche. Ihnen gilt unser besonderes Engagement. Alle Familien haben persönliche Paten aus dem Helferkreis. Syrien, Afghanistan, Irak,
Pakistan, Somalia, Eritrea, Nigeria, Senegal, Mali sind die Haupt-Heimatländer der Flüchtlinge. Asylbewerber, die nach Abschluss ihres
Asylverfahrens eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, und in unseren Gemeinden bleiben, unterstützen wir weiter.
- Über 90 Ehrenamtliche sind im Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn aktiv. Vier Flüchtlinge sind Mitglied im Helferkreis. Im Juni
wurden zwei Ehrenamtliche Sprecherinnen benannt, Frau Bernardoni und Frau Maurer. Seit September ist Frau Zapf vom Caritas-Zentrum Ottobrunn
stundenweise als Verwaltungskraft für den Helferkreis tätig.
- Der Helferkreis trifft sich 3 x im Monat im Pfarrsaal St. Magdalena. Im internen Weiterbildungsprogramm wurden an 10 Treffen zu Themen,
die uns auf den Nägeln lagen, informiert und diskutiert. Daneben gab es zwei Supervisionen und Einführungen für neue Helfer.
- Die Notunterkunft Turnhalle Gymnasium Ottobrunn wurde im Mai wieder geräumt.
- Neben der Joseph-Seliger-Siedlung gibt es in Ottobrunn und Hohenbrunn neun kleinere dezentrale Unterkünfte des Landratsamtes. Die
Auflösung der Unterkünfte in der Joseph-Seliger-Siedlung, die für Ende Januar 2016 terminiert ist, sorgte im Herbst für Sorge und Unruhe
unter den Flüchtlingen. Vom Landratsamt konnten noch nicht für alle Familien und Alleinstehende, die im Ort integriert sind,
Ersatzwohnungen gefunden werden.
- Wir informieren über unsere Homepage, www.helferkreis-asyl.com, in der Kolumne im Gemeindeblatt Ottobrunn, beim Fest der Kulturen,
beim Ottostraßenfest, bei Vorträgen in Schulen und Pfarrgemeinden.
- Die große Spendenbereitschaft trägt dazu bei, dass die Flüchtlinge mit Kleidung, Spielsachen, Geschirr, Fahrrädern, Fernsehern, Möbeln
versorgt werden oder diese günstig und in Würde einkaufen können - dank der AWO Klawotte, der AWO Rumpelkammer und der Mobilen Caritas
Werkstatt, die ihre Dienstleistung allen Bedürftigen anbieten.
- Mit dem Spendenkonto des Helferkreises konnte manche Notlage gelindert werden, Deutschunterricht und weitere Maßnahmen zur Integration,
Beschäftigung und Anerkennung finanziert werden.
- Mit einem abgestimmten Konzept für Deutschkurse (ehrenamtlich – an der VHS Südost – in Münchner Sprachschulen) hatte jeder Flüchtling
die Möglichkeit, sprachlich voran zu kommen.
- Die Unterstützung bei Jobsuche wurde intensiviert, die ersten jungen Leute haben 2015 Ausbildungen begonnen.
- Gemeinsam gestaltete Feste tragen zur Integration bei, wie das Fest der Kulturen der Agenda 21 Ottobrunn/Neubiberg, das Muslimische
Opferfest des Deutsch-Islamischen Kulturvereins Ottobrunn oder die Adventsfeier im Gemeindesaal der Michaelskirche.
- Die Schwimmabteilung des TSV Riemerling ermöglicht seit Januar Schwimmkurse für Flüchtlingskinder und für Frauen. Die Ottobrunner
und Hohenbrunner Sportvereine haben im Fussball und anderen Sparten Flüchtlinge aufgenommen, die eigene Fussballmannschaft des
Helferkreises „Ramasuri“ beteiligte sich an verschiedenen Turnieren.
- Vier Familien mit 12 Kindern und 3 Einzelpersonen konnten wir bei Wohnungssuche und Umzug unterstützen.
- Wir stehen in Kontakt mit der Jugendhilfe Feldkirchen, die für die Betreuung der 60 Minderjährigen Flüchtlinge im Lore-Malsch-Haus
verantwortlich ist.
Herzlichen Dank allen, die unser Engagement für die Flüchtlinge durch ihre Anteilnahme, Mitarbeit, Spenden unterstützen!
Heidi Maurer und Claudia Bernardoni,
Ehrenamtliche Sprecherinnen im Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn
zurück zur Seite der "Presse / Nachrichten"
zurück zur Seite der "Presse / Nachrichten - Archiv (Überblick)"
|