Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn  

Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn



Asyl / Migration


Inhaltsverzeichnis:

Asylrecht


Rechtliche Fragen bei der Asylsuche (siehe auch "Über uns" )

Flüchtlinge riskieren ihr Leben für Frieden, Sicherheit vor Verfolgung und die Chance auf einen Neuanfang. Aber dies Ziel ist nicht leicht zu erreichen. Wer sein Herkunftsland verlässt, auf gefährlichen und entbehrungsreichen Routen nach Deutschland gelangt und hier einen Asylantrag stellt, erhält nicht ohne weiteres Schutz. Die gesetzlichen Grundlagen dafür ergeben sich aus dem Grundgesetz, der Genfer Flüchtlingskonvention, der Europäischen Menschenrechtskonvention und den deutschen Gesetzen zum Asylverfahren (AsylG) und zum Aufenthalt, der Erwerbstätigkeit und der Integration von Ausländern (AufenthG). Die Flucht muss durch eine vom Gesetz definierte Form der Verfolgung begründet sein, damit eine Anerkennung im Asylverfahren möglich ist. Wer wegen Armut und aus wirtschaftlichem Elend flieht, wird nicht als Flüchtling anerkannt.

Die erste Hürde jedoch, die den Weg zum Schutz bei uns versperrt, ist das sogenannte Dublin-Verfahren. Wenn Flüchtlinge auf dem Landweg kommen, sind sie notwendiger Weise über ein EU-Land nach Deutschland eingereist, in dem sie hätten einen Asylantrag stellen müssen. Oft gibt es keinen rechtlichen Schutz gegen die Abschiebung zurück in das EU-Land der Einreise.

Die zweite Hürde liegt im Asylverfahren selbst. Der Flüchtling muss bei der Anhörung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seine Fluchtgründe glaubhaft schildern. In den Fällen negativer Entscheidung des BAMF ist die Klage vor dem Verwaltungsgericht möglich (in besonderen Fällen auch die Berufung und weitere Urteile). Asylentscheidungen durch das BAMF dauern für Syrer und Iraker durchschnittlich fünf Monate, für Nigerianer, Pakistani und Russen jedoch durchschnittlich über zwei Jahre (Stand Dezember 2015). In dieser Zeit werden in den Flüchtlingsfamilien Kinder geboren, die Asylsuchenden lernen Deutsch und finden häufig auch Arbeit. Andererseits gehen alle Bezüge zum Herkunftsland verloren, sodass die Rückkehr für viele unvorstellbar ist.


Die Anhörung (das Interview)

Flüchtlinge, die einen Asylantrag gestellt haben, erhalten vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine Einladung zur Anhörung (Interview), in dem sie vor allem die Gründe für die Flucht aus ihrem Herkunftsland erklären sollen. In dieser Einladung (Zustellung per Brief) wird öfters kurzfristig ein Termin gesetzt (z.B. eine Woche ab Datum des Schreibens, wovon evtl. wegen Wochenende nur ein bis zwei Werktage zur Vorbereitung bleiben). Zu diesem Termin muss man unbedingt erscheinen (Fernbleiben nur bei Krankheit mit Attest erlaubt. Andernfalls hat das sehr negative Folgen für das Asylverfahren). Dabei ist wichtig, sich auf die Anhörung gut vorzubereiten. Deshalb raten wir dringend, sich rechtzeitig nach der Asylantragstellung, möglichst vor dem Eintreffen der Einladung zur Anhörung, mit einem Anhörungshelfer zu besprechen.

Kontakt:

Zur Unterstützung der Vorbereitung gibt es auch einen Film (Dauer 6 Minuten) in vielen Sprachen (z.B. Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi, Dari, Urdu, Tigrinisch) mit wichtigen Informationen, in dem der Ablauf der Anhörung verständlich auch mit Illustrationen erklärt und ganz konkrete Tipps für die persönliche Vorbereitung gegeben werden.
Der Film kann u.U. auch auf die Geräte, die den Flüchtlingen zur Verfügung stehen, heruntergeladen werden.
Weitere (mehrsprachige) Information und Links finden Sie auf unserer Seite "Information / معلومات" (Für Flüchtlinge) sowie bei „Asyl in Deutschland“


Beratung

  • Beim Infobus vom Münchner Flüchtlingsrat (mfr) gibt es Informationen für neu angekommne Flüchtlinge über Asylverfahren und Zuwanderungsrecht (s. Orte und Zeiten). In Kooperation mit SOLWODI - Solidarität mit Frauen in Not" gibt es mittwochs eine spezielle Beratung für Frauen im Asylverfahren.
  • Bei ArrivalAid gibt es nicht nur Beratung für das individuelle Asylverfahren, sondern geschulte Ehrenamtliche begleiten Flüchtlinge auf Wunsch zur Anhörung im Budesamt für Migration und Flüchtlinge. Bitte unter "Kontakt" ein Formular ausfüllen und Begleitung anfragen.


Anwälte


Mehrsprachige Information zur Hilfe von Anwälten finden sie auf "Information / معلومات" (Für Flüchtlinge).

App-Projekt: Kinder auf der Flucht (Quelle)

In der App „Kinder auf der Flucht“ erzählen drei junge Flüchtlinge ihre Geschichte. Entlang ihrer Geschichten gliedern sich die zentralen Themenbereiche der App: Heimat, Flucht, Asyl, Leben und Lernen in Deutschland. Die App möchte Empathie für Flüchtlinge wecken und dabei über zentrale Fragen rund um das Thema Flüchtlinge aufklären. Sie richtet sich in erster Linie an Jugendliche und junge Erwachsene.

            

Inhalte und Funktionen
  • Die drei Flüchtlingskinder Korosh, Haifa und Mohammad erzählen ihre Geschichte.
  • Handliche Fakten derart „Wusstest Du, dass…“ sollen informieren und über Vorurteile aufklären.
  • Vertiefende Texte rund um das Thema Menschenrechte bieten Hintergrundinfos.
  • Bilder des Künstlers Hubert Stadtmüller illustrieren die verschiedenen Themenbereiche.
  • Über eine interaktive Karte können die verschiedenen Fluchtrouten nachvollzogen werden.
  • Über besondere Themen, wie z.B. Kirchenasyl und Bildungsmöglichkeiten für junge Flüchtlinge, sollen Interviews mit Fachkräften und ehrenamtlichen Helfern aufklären.


Herkunftsländer

Die Flüchtlinge hier kommen zum zumeist aus einer kleinen Gruppe von Ländern. Die Verweise unten zeigen eine Zusammenfassung der aktuellen Situation aus den Ländern. Um hier nicht Partei zu ergreifen, wird auf die offiziellen Informationen des Auswärtigen Amtes verwiesen.

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